Weiße Nelken für Demeter

Ja, ich weiß, Muttertag ist vorbei. Der einzige Tag im Jahr, an dem wir den vielen Göttinnen auf dieser Welt huldigen. Welche eine Schande. Demeter, die Muttergöttin, und Fruchtbarkeitsgöttin in der griechischen Mythologie hätte sich arg beschwert. Aber immerhin. Ohne die amerikanische Frauenbewegung hätten wir nicht einmal diesen Tag.

Als Begründerin des Muttertages gilt die Amerikanerin und Aktivistin Anna Marie Jarvis, die in Grafton (West Virginia) am 12. Mai 1907 einen Gedenktag zu Ehren ihrer zwei Jahre zuvor verstorbenen Mutter veranstaltete. Während eines zu Ehren aller Mütter gehaltenen Gottesdienstes wurden 500 weiße Nelken an die anwesenden Mütter verteilt.

Dank ihrer landesweiten Kampagne im Rahmen der Frauenbewegung erklärte schließlich Präsident Woodrow Wilson im Jahr 1914 den Muttertag zu einem offiziellen Feiertag.

Irgendwie ist der eigentliche Sinn dann wohl auf der Übersee verlustig gegangen. Tatsächlich kam der Feiertag erst 1923 nach Deutschland durch eine Initiative des Verbandes Deutscher Blumengeschäftsinhaber. Kein Wunder, dass der obligatorische Blumenstrauß per Fleurop hierzulande das einzige ist, was wir mit Muttertag in Verbindung bringen. Das Blumengeschäft freut sich.

Allerdings dürfte doch gerade in den Zeiten der Pandemie etwas mehr an Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht werden, und zwar jeden Tag.

Zwei Milliarden Mütter kümmern sich weltweit unter extremsten Bedingungen rund um die Uhr um die Familie. In Deutschland werden ihnen neben Muttersein und Beruf auch noch gleich ein paar neue Rollen aufs Auge gedrückt – die der Lehrerin, der Unterhalterin für die gelangweilten Kinder, der Bewegungstrainerin, der Motivationstrainerin, und dies wohl neben Home-Office, vielleicht einem unzufriedenen Gatten, und eigenen gesundheitlichen und finanziellen Sorgen – Chapeau! Welch ein Management. Da könnte sich die Führungsetage mancher Konzerne eine Scheibe von abschneiden.

Also, Mütter an die Macht! Das wäre ja auch nicht das erste Mal, dass Mütter so eine essentielle Rolle spielen in der Fortführung der Gesellschaft. Man bedenke nur die Weltkriege.

Doch  sicherlich geht diese riesige Herausforderung gerade an Euch Moms nicht spurlos vorbei. Sorgen, Stress, Mangel an privaten Auszeiten, Überarbeitung, und Dauerlärm hält auf Dauer die stärkste Mom nicht aus. Liebe Mütter, nehmt doch mal die Maske ab, und atmet mal ganz tief durch! Gönnt Euch mal wieder etwas – eine Stunde Yoga, eine Stunde Laufen, Lachen bis zum geht nicht mehr, Tanzen wie die Bärin, oder einfach mal die Ohrstöpsel in die Ohren stecken und Ruhe geniessen, und den Druck einfach einmal entweichen lassen. So könnt Ihr gefährliche Entwicklungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Burn-Out vermeiden. Denn wann wir nun endgültig Mütter -freundlicheren Zeiten wieder entgegensehen werden, liegt wohl in göttlicher Hand.

Liebe Mütter, vielen Dank! Und tausend weiße Nelken für Euch!

Eure Ginger

  • was habt Ihr für Strategien als Moms in diesen Zeiten?

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6 Antworten zu Weiße Nelken für Demeter

  1. Catrina schreibt:

    Liebe Ginger
    Ein wunderschöner Post!
    Ich staune immer wieder, wie leistungsstark und widerstandsfähig Mütter sind.

    Unsere Nachbarsfamilie ist ein gutes Beispiel: ein Ehepaar mit einem 1-jährigen Kind. Der Mann hatte im Februar eine schwere Herzoperation. Nach der Operation war er sehr schwach und war zu Hause einige Wochen bettlägerig. Die Frau machte Home-Office, kümmerte sich um den Mann, das kleine Kind und den Haushalt.
    Sie hat alles ohne grosses Aufheben mit Bravour gemeistert. Stark!

    Ich werde sie fragen, ob sie sich eine Auszeit gönnen wird. Danke für den Hinweis!

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

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    • gingerclub schreibt:

      Liebe Catrina,

      herzlichen Dank für Dein feedback. Ja, so habe ich es auch aus meinem Umfeld erfahren. Ich habe gerade gestern mit einer Kundin gesprochen, die Unternehmensleiterin ist, seit letztem Jahr die Hälfte Ihrer Belegschaft wegen Corona nicht zur Verfügung hat, selbst keine Betreuung für ihre Kinder findet, ihr Mann erkrankt ist in einer Region, wo die Inzidenz noch über 300 liegt. Oder eine weitere Bekannte, die mit drei Kindern und eigenem Unternehmen für jede Alterstufe von 5, 8, und 12 entsprechend home-schooling neben ihrem Job macht während sie gleichzeitig Angst hat, dass die Firma wegen der Pandemie in Konkurs geht. So reiht sich eine Geschichte an die nächste.

      Ich bin dabei, ein Seminar extra für betroffene Frauen zu kreieren. Das wird aber noch ein wenig dauern.

      Liebe Grüße in die schöne Schweiz

      Ginger

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  2. ultraistgut schreibt:

    Liebe Ginger, da ich selbst auch Mutter und Großmutter bin, kann ich deine Gedanken gut nachempfinden. Allerdings denke ich, dass es heutzutage – Ausnahmen gibt es selbstverständlich – doch um einiges leichter ist als noch z.B. zu den zitierten Kriegszeiten-

    Zum ersten ist es in meinen Augen nicht nur die Aufgabe der Mutter, sich um die Familie zu kümmern, sondern mittlerweile haben sich viele – leider nicht alle – Männer insofern “ emanzipiert „, als sie sich den Part der Eltern teilen, soll heißen, zum Glück gibt es viele Männer, die ihre Frauen zu Hause so unterstützen, dass sie nur noch die Hälfte zu tragen haben. Das kann ich nur aus eigener Erfahrung berichten. Des weiteren kann man Kinder ab einem gewissen Alter dahin führen, dass auch sie innerhalb der Familie bei den täglichen Dingen aktiv werden.

    Zu guter Letzt hat mir natürlich immer das Laufen geholfen, und da nicht nur ich laufend aktiv tätig bin/war – auch diese Aktivität geteilt werden konnte, lief es meistens sehr gut. Ich glaube, die Kunst, zufrieden zu sein – auch mit Kind und Kegel – liegt darin, mit sich selbst im Reinen zu sein, abgeben zu können, nicht alles alleine machen zu müssen, das stärkt auch das Zusammenleben – so zumindest erfahre ich es.

    In diesem Sinn – ich halte im übrigen nichts von dem einen Muttertag, man sollte seine Mutter immer lieben, es ihr zeigen, nicht nur an einem Tag, an dem es die Umwelt “ diktiert “ – das gleiche gilt für Vater, Großeltern.

    Was meinst du ?

    Ganz liebe Grüße von der See, heute ein wenig düster, aber ideal zum Laufen………..weißt ja !!

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  3. gingerclub schreibt:

    Liebe Margitta,

    schön von Dir zu lesen. Sicherlich hast Du Recht – heute ist eigentlich viele einfacher geworden, denke ich als früher, vor allem wenn man bedenkt, dass die durchschnittliche Kinderzahl auch von durchschnittlich 5 Kindern Ende des 19. Jahrhunderts auf 1,6 gesunken ist. Allerdings nicht zu Covid Zeiten. Ich bin selbst keine Mom, habe aber im Bekannten- und Kunden/Patientenkreis die letzten Monate immer wieder mitbekommen, wie viele Mütter unter extremen Druck geraten sind, gerade durch home-schooling, mangelnde anderweitige Betreuungsmöglichkeiten, Wegfall von Einkommen, oder zusätzlichem home-office. Ich finde, diese Leistung ist nicht honoriert worden. Pflege- und Krankenpersonal, Ärtze, deren Einsatz natürlich auch sehr lobenswert und bewundernswert in der Pandemiezeit ist, wurden immer wieder in den Medien erwähnt, aber nie die Leistungen der Mütter.

    Wir können froh sein, dass wie in etwas gleichberechtigteren Zeiten leben. Auch die sich einbringenden Väter sind natürlich zu honorieren, jedoch dies dann lieber zu Vatertag 🙂

    Hier ist auch ideales Laufwetter – kühl, bewölkt, und Regen – bin nachher unterwegs. Dir auch liebe Grüße und viel Spaß bei Deinen Läufen!

    Ginger

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  4. Canuck Carl schreibt:

    This is a great shout out to the mothers of the world, Ginger. My mom passed on 9 years ago. She gave so much of her life for others throughout her life.
    The last 2 years Mom struggled health wise. Mom really wanted to keep her independence, so my sister and I took turns each day going in to help her in what she needed help with. It was an honour to do this! Thank you for sharing!

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    • gingerclub schreibt:

      Dear Canuck,

      Thank you very much for following and commenting. I really appreciated. Canada – ey? I used to live in Toronto and in Montreal.

      I am sorry to hear about your mother. Yes, I think it is great if kids can give back to mothers as well. Too many people take their mothers just for granted. They are just precious and should be honoured.
      Peace and light
      Ginger

      Gefällt 1 Person

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