Die Mystik der Wälder

 Jedes Wochenende werden viele von uns von dem frischen Duft des Waldes und dem Gesang von Amsel, Buchenfink oder Zaunkönig zu den bedächtigen Riesen auf unserer Erde gelockt – den Bäumen.

 

Majestetisch wirken die Wipfel der 300 Jahre alten Buchen oder die knorrigen Kastanien, die langsam ihr Blätterkleid und ihre Früchte über Wiesen und Bäche verteilen. Manchmal kommt es einem vor, als würden sie sich im wiegenden Wind die neuesten Nachrichten austauschen, dabei die Köpfe zusammenstecken, wie die Ents aus „Herr der Ringe“ von Tolkien (ein Klassiker übrigens aus der Sicht des Naturschutzes). Was sie sich wohl erzählen?

 

Viele von ihnen lebten bereits in einer Zeit, wo Bismarck geboren wurde, oder die Kanonen Napoleons an ihr Ohr drangen. Tief verwurzelt konnten die meisten von ihnen mit Kriegen und Tragödien umgehen, auch wenn sie sich schon häufiger über die Dummheit der Menschen wunderten.

 

In der guten alten Zeit vor der Christianisierung Europas erfuhren die edlen Könige der Fauna eine Verehrung durch den keltischen Kult. Ohne den Segen einer Weide, die als heilig galt, oder die Kraft einer Eiche, die heilende Wirkung von Nußbäumen, fand kein kulturelles Leben statt. Doch die Zeit ist lange her und ersetzt durch die angebliche Erkenntnis, dass ein Baum eben gutes Brennmaterial ist. Vergessen die Seele der Bäume, verachtet die Energie, die Bäume schenken, die Weisheit, die in ihnen zu finden ist und zu der wir keinen Zugang mehr zu haben scheinen.

 

Doch jetzt hören sie auf, sich zu wundern, die Erlen, die Birken, Fichten, Kiefern, Ahorne, denn rechts und links fallen ihre Kameraden, um in Baumärkten für Billighäuser oder als Pellets für sog. „Umweltschutzmaßnahmen“ verheizt zu werden. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie die letzten 300 Jahre dafür gesorgt haben, CO² zu binden, für ein stabiles Magnetfeld der Erde zu sorgen, für die Humusbildung zu ihren Füßen. 300 Jahre CO² Bindung gegen eine halbe Stunde CO² Emission – das ist klimaneutral? Hmmmmm, fragen sich die Ents, die schon lange darüber beratschlagen, was zu tun ist.

 

Während sie die Schlagzeilen über Umweltschutzaktionen der tropischen Regenwälder mitbekommen, da sie natürlich auch die Fußgänger ab und zu belauschen, fragen sie sich, was denn aus den Weiten der Urwälder Europas geworden ist? Aus Hektar von Buchenwäldern, die einmal den Urwald Deutschlands darstellten? Wer setzt sich denn für die ein, die im Herbst und Frühjahr Quadrathektar für Quadrathektar aus dem Wald gezerrt werden, egal welchen Alters, vor Ort zerhäckselt, dabei Schneisen und Wunden im Wald hinterlassend, die man noch Jahre später sieht?

 

Was ist aus den Menschen geworden, fragen sich die Entz. Wissen sie nicht, dass Bäume Energie spenden? Früchte, Sauerstoff, Nährstoffe, Schutz, Schönheit, Anmut, Erhabenheit schenken?

 

Es ist der Tag des Baumes. Gehen Sie heute einmal in den Wald, umarmen Sie eine dicke Buche und denken Sie einmal wirklich über die Bedeutung unserer Bäume und Wälder nach. Spüren Sie seine Energie, seine Vitalität, denn ein Baum ist kein Werkstoff sondern Leben.

 

Bäume brauchen unseren Schutz! Sie sind die einzige Waffe gegen den Klimawandel und unser Schutz vor massiven Konsequenzen unserer fortschreitenden industriellen Zerstörungswut.

 

Damit wir auch weiterhin die Wälder aufsuchen können, um uns zu entspannen, den Vögeln zu lauschen, unsere Zellen durch die frische Luft revitalisieren – statt Kettensägengeräusch und Planierraupe wahrnehmen zu müssen und uns wundern, warum schon wieder eine ganze Waldkuppe verschwunden ist. Die nächsten Orkane kommen bestimmt!

 

Weitere Baumaktionen unter http://www.sdw.de bzw. http://www.greenpeace.de/themen/waelder/urwaelder_europas/ar…

http://www.regenwald.org

Über gingerclub

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4 Antworten zu Die Mystik der Wälder

  1. ultraistgut schreibt:

    Was wir denken, fühlen, das interessiert doch keinen, als einzelner, kleiner, unbedeutender Mensch hast du keinerlei Einfluss auf die, die entscheiden, dass die Bäume abgeholzt werden, einfach so – das macht mich sehr zornig.

    Auch ich laufe oft durch den Wald – und frage mich, wenn ich alte Bäume sehen, was sie alles im Laufe ihres Lebens gesehen, gehört haben.

    • gingerclub schreibt:

      Jeder von uns hat Einfluss auf die Bewahrung der Natur, auch wenn es nur im Kleinen ist, durch Pflanzaktionen, Blogartikel, oder Teilnahme an Umweltschutzorganisationen. Mein Konzept: Land kaufen, Natur erhalten a la Holzer.

  2. Täglichläufer schreibt:

    Das ist ein schönes Plädoyer für die holzigen Gesellen. Doch da die Zerstörung der Wälder finanziellen Gewinn generiert, wird sich nie etwas ändern. Im Kleinen vielleicht, im Großen nicht. Ein Jammer. Meine Hoffnung tendiert in eine andere Richtung. Die Natur wird ihren Irrtum korrigieren und die Existenzberechtigung unserer einfältigen Spezies früher oder später aufheben – was wir mit beachtlichen Engagement unterstützen. Dann hat unser herrlicher Planet noch genug Zeit, sich von uns zu erholen.

    Übrigens, in meinem Laufareal steht ein prachtvoller Baum, der könnte glatt als „Baumbart“ durchgehen.😉

    Liebe Grüße

    Marcus

    • gingerclub schreibt:

      Lieber Marcus,

      die Natur holt sich immer zurück, was sie braucht, wir sind nur kleine bemitleidenswerte Geschöpfe, die nicht wissen, was sie tun. Manchmal habe ich den Eindruck, je weiter die technische Entwicklung voranschreitet,befindet sich homo sapiens im Rückwärtsgang (siehe Navi :-))). Welch ein Baum ist es denn, eine „Linde“ (bis 3.000 Jahre, eine der Ältesten steht in Niedersachsen) oder eine Buche? Ich persönlich liebe Buchen, da sie auch unser einheimischer „Urwald“ sind.

      Liebe Grüße zurück

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