Das sitzt

Manche Schritte der Evolution sind nützlich, manche eher nicht…

…und werden früher oder später zum Aussterben einer Art führen.  Sicherlich wäre es mühsam, diesen Artikel zu lesen, wenn wir auf allen vieren auf dem Boden hocken würden, aber gesünder wäre es auf jeden Fall. In aufrechter Haltung wäre dies noch gesünder.

Unsere technologischen Errungenschaften haben uns von Feldarbeit und Jagen in die bequemen „Relax“ Sessel, die weit ausladenden „Armoire“ der Business Class und die gemütlichen „lounge“ Einrichtungen in Cafés und Restaurants geholt. Hauptsache, wir können uns nach dem anstrengenden Arbeitstag auf dem Bürostuhl mit jeglichem schwenkendem, wippendem, drehendem Komfort, endlich so richtig in unseren wohlverdienten Feierabend hineinfallen lassen, abhängen, die Seele baumeln lassen.

Voll entspannt

Die Frage ist, ob uns diese Lebensweise wirklich gut tut. Die Frage ist, ob unserem Blutdruck diese Haltung gut tut.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was mit Ihren Organen passiert, wenn diese dauernd einknicken, Sie die vorderen Bauchmuskeln dauerhaft entspannen und die Darmwandmuskeln immer mehr ausleiern?

Ein Mensch, der immer in nicht-aufrechter Position geht, d.h. die Schultern nach vorne hängen lässt, den Kopf nach vorne baumeln lässt, sorgt dafür, dass die langen Rückenstrecker langsam aber sicher verkümmern, ebenso wie die vorderen Bauchmuskeln. Das Gewicht der Gedärme, die zumeist auch noch überfüllt sind, zieht den Oberkörper immer weiter nach vorne, es kommt zu einer chronischen Fehlhaltung.

Also doch wieder zurück zu den 4-Füßlern?

Irgendwann zieht die Schwerkraft immer weiter unseren Oberkörper hinunter, die Muskeln werden immer schwächer, es kommt zu massiven Wirbelsäulenschäden im Nacken und Lendenbereich und unsere inneren Organe werden zunehmend weniger durchblutet.

Sitzende Haltung ohne Streckung der Rückenmuskulatur treibt diesen Prozess noch auf die Höhe. Es kommt zu einer verlängerten Einschnürung unserer Organe, wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Dick- und Dünndarm. Die Auswirkungen sind fatal:

1)      In unserem Bauchraum befindet sich die größte Ansammlung unseres Lymphsystems, den Lymphknoten, die gegen die Schwerkraft unsere Müllabfälle und Fette aus unserem Körper entfernen. Das Resultat: diese können nicht mehr einwandfrei funktionieren, da sie durch die sitzende Haltung abgeschnürt werden. Eine zunehmende Immunschwäche stellt sich ein, Krebszellen können nicht entsorgt werden.

2)      Durch ständige Sitzhaltung stören wir die tausend Energiebahnen, die unseren Körper durchlaufen. Es kommt zu einem Ungleichgewicht, Krankheiten können entstehen.

3)      Unsere Leber ist das wichtigste Entgiftungsorgan und auch unser größter Blutspeicher. Ist die Leber gestört, kommt es zu einem Rückstau über die sog. Pfortader.  Das gleiche entsteht, wenn die Leber abgeknickt ist und nicht ausreichend durchblutet wird.  Dies passiert, wenn wir dauerhaft den Oberkörper abknicken und uns in sitzender Lage befinden.

4)      Das Herz muss einen erhöhten Druck aufbauen, um gegen diesen Druck anzugehen. Der Blutdruck steigt.

5)      Durch die sitzende Haltung kann die Verdauung im Darm nicht einwandfrei funktionieren. Es entstehen Pilzansammlungen, Bakterienüberwuchungen mit schädlichen Bakterien, es kommt zu Blähungen. Die entstandenen Gase können so massiv auf unser Herz drücken, dass es zu Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck kommen kann. In der Medizin ist dieses Phänomen als „Römheld-Syndrom“ bekannt.

Also, vielleicht ahnen Sie jetzt, warum Ihr Blutdruck steigt. Hätten Sie einen Zusammenhang erkannt? Alles ist miteinander verbunden. Wir sind ein phantastischer Organismus, der präzise und super flexibel für uns funktioniert – wenn wir mit uns liebevoll und aufmerksam umgehen.

Sitzen Sie nicht den ganzen Tag. Wenn Sie sitzen müssen, dann bitte auf einem harten Stuhl oder medizinischen Ball, auf welchem Sie aufrecht sitzen, möglichst weit  vorne an der Stuhlkante, die Arme sollten unbehindert sein (keine Armlehne), spannen Sie  Ihre Rücken- und Bauchmuskulatur an. Nein, nicht zurücklehnen, dann wären wir wieder da, wo wir nicht hin wollen.

 Stehen Sie öfters auf, drehen Sie eine Runde (Sie werden merken, dass auch Ihre Gedanken leichter fliessen).

Wenn Sie gehen, achten Sie auf eine gerade, aufrechte, angespannte Körperhaltung, Bauch rein, Po- und Rückenmuskeln sind angespannt, der Kopf erhoben.

Bewegen Sie sich, so häufig es geht.

Bieten Sie die gemütlichen Sessel Ihren Feinden an.

Essen Sie nie soviel, dass Ihr Bauch heraushängt, und hängen Sie nie danach „ab“. Gehen Sie lieber ein paar Schritte.

Sie werden merken, dass alles wieder in Fluss kommt, auch Ihr Kreislaufsystem – achten Sie einmal auf Ihren Blutdruck.

Es ist wie immer, technologische Neuerungen sind nur so gut wie ihre Anwender. Denken müssen wir immer noch selbst.

Alles Gute

Ginger

Danke für Euren Kommentar…

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Über gingerclub

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2 Antworten zu Das sitzt

  1. chillendeSchiller schreibt:

    Reblogged this on N'achACHTcafé und kommentierte:
    Da sollten wir mal drüber nachdenken….
    also heute habe ich zumindest nicht so viel gesessen….. :-))

Danke für Euren Kommentar...

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