Zum Tag der Arbeit

1. Mai 1886.

Hunderte von Menschen versammeln sich auf dem Haymarket in der Mitte Chicagos, um gegen einen Arbeitstag von 12 Stunden und einen Arbeitslohn von damals 3 US$ zu demonstrieren – der Ursprung der Arbeiterbewegung.  Für 3$ bekam man zu der Zeit eine mehr oder weniger schlechte Mahlzeit in einem der Chicagoer Restaurants

Beflügelt durch den Utilitarismus von John Stuart Mill und Jeremy Bentham hatte die Industrialisierung die arbeitende Bevölkerung instrumentalisiert. Rechte der arbeitenden Bevölkerung, zu denen Frauen und Kinder gleichermaßen zählten, gab es nicht. Die Streiks und Versammlungen führten dazu, dass Gehaltserhöhungen und Grundrechte der Arbeiter durchgesetzt werden konnten. Leider kam es zu gewalttätigen Ausschreitung und Hunderte von Demonstranten starben, sowie einige Polizisten.

Am 1. Mai 1890 wurde zum ersten Mal eine weltweite internationale Bewegung der Arbeiter ins Leben gerufen. Die Ideale von Marx und Engels unterstützen die Bewegung, da sie eine zunehmende Objektivierung der Arbeit von dem Menschen wahrnahmen.

Doch welche Bedeutung hat der Begriff „Arbeit“ oder „Arbeiterbewegung“ heute für uns?

Wir haben keine Arbeit, sondern Jobs, leiden an Stress oder „burn-out“, werden von der Angst vor „Arbeitslosigkeit“ verfolgt. Die Arbeitswelt hat sich verändert.

Von harter körperlicher Arbeit weg, hin zum Beraten, Innovieren, Kommunizieren, Telefonieren, Programmieren, IT-lieren, Verkaufen, Handeln – Web designen, Strategien entwickeln , Layouts und Portfolios entwickeln. Während der Mensch noch vor 20 Jahren das Produkt seiner Arbeit anfassen konnte, verliert sich das Ergebnis unserer Tätigkeit im Strudel der Datenübertragung, in den Irrungen und Wirrungen des globalen Wirtschaftssystems, in Datenbänken, in Reports. Der Gegenwert – höhere Renditen, Gewinnmaximierung,  steigende Gehälter, Zweitwagen für die Tochter, die Fahrt auf der AIDA…

Doch sind wir wirklich glücklich dabei oder entfremden wir uns immer mehr von unserer Arbeit? Ein PC im dunklen Eckchen des Großraumbüros, e-mail Kriege, die wenn auch sonst nichts, dann doch einen Beschäftigungswert haben, ständige Erreichbarkeit durch krankmachende Handys, ständige Flugreisen – die Frage nach dem großen WARUM kommt selten auf, wie denn auch – es fehlt die Zeit zum Nachdenken.

Ruhe, Anhalten, Reflechieren über den Sinn oder Unsinn der Tätigkeit? Ersetzbar sind wir alle. Wer nicht will, landet im großen Harz IV Becken.

Doch das  „burn-out“ Syndrom wird zunehmend thematisiert, „work-life-balance“ Seminare und Stressbewältigungsseminare erfreuen sich einer hohen Nachfrage, ebenso wie Wellnesshotels.

Kommen wir einmal dazu bzw. können wir es uns leisten, uns die Frage nach dem Sinn unserer Arbeit zu stellen, wird uns auf einmal bewusst, in welchem Hamsterrad sich die meisten von uns bewegen.  Entfremdung von der Arbeit, Lebenszeit eintauschen gegen hohe Gehälter und Prestige-Objekte, um vorzeitig an Schlaganfall oder Herzinfarkt zu leiden?

Das Hamsterrad ist eine Illusion, die uns vorgegaukelt wird, um uns genauso als Nutzgegenstände zum Zweck der Gewinnmaximierung einzusetzen, wie die Fabrikbesitzer es vor  120 Jahren getan haben.  Wir befinden uns gerade jetzt in einem erneuten Umbruch mit einem Höchstmaß an technologischer Freiheit und Zugang zu Bildung. Über das Internet haben wir die Möglichkeit, Menschen für unsere Ideen zu gewinnen. Die Welt und Umwelt stellt uns ständig neue Herausforderungen, die nach Innovation und Kreativität schreien. Was können wir wirklich, was ist Eure Aufgabe auf diesem Planeten, was ist Euer ganz persönlicher Beitrag?

Es gibt Millionen von Menschen, die vielleicht begeistert schreien: „Au ja, das ist ja super“ – vielleicht nicht sofort, sondern erst in ein paar Jahren, aber irgendwann kommt der Durchbruch. Das Werk, welches der Mensch in seinem Leben geschaffen hat, stände dann wieder im Mittelpunkt, nicht die Rendite, nicht die Statussymbole, sondern innere Zufriedenheit, Erfüllung, die Umsetzung des wahren ICHS.

Im Gegensatz zum 19ten Jahrhundert haben wir heute alles selbst in der Hand, von der Kommunikationsintensität und –schnelligkeit, bis hin zu Schreibprozessen, der eigenen Marketingabteilung, dem kostengünstigen sogar mobilen Arbeitsplatz. Ich schätze all diese Innovationen, und Ihr?

Einen schönen ersten Mai

Wünscht Euch

Eure Ginger

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Eine Antwort zu Zum Tag der Arbeit

  1. sonde7 schreibt:

    Man spricht nicht mehr von Menschen, man spricht bei jetzt von wirtschafltichem Arbeitswert…….

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