Mit einem Schlag…

Liebe Leser/innen,

man denkt immer, es trifft einen nicht selbst, sondern nur die anderen. Als wären wir auf ganz wundersame Weise gefeit gegen die Gefahren, über die wir zwar lesen und immer wieder hören, aber die wir nie so richtig ernst nehmen…

..bis auch uns der Schlag trifft, bis auch wir erfahren, dass Menschen in unserem Bekanntenkreis, die vorher noch mitten im Leben standen, auf einmal in eine Situation geraten, die ihr Leben für immer verändert.

Für mich ist es jetzt das dritte mal innerhalb eines Jahres, dass ich von ganz untypischen Fällen gehört oder erfahren habe, wo relativ junge Frauen aus dem Stehgreif im wahrsten Sinne vom Schlag getroffen worden sind, d.h. einen Schlaganfall erlitten. Keine dieser Frauen war meines Wissens nach einer der typischen Risikogruppen wie Diabetes, Bluthochdruck, Raucherin oder Übergewichtigkeit zuzuordnen.

In jedem dieser Fälle war und ist es für das Überleben und die weitere Lebensgestaltung eklatant wichtig, dass die Zeichen eines Schlaganfalls erkannt wurden, so schnell wie möglich eine Notärtzliche Versorgung eingeleitet werden konnte, um so das Schlimmste zu vermeiden.

Wissen auch Sie, wie Sie mögliche Anzeichen eines Schlaganfalls erkennen und was Sie tun müssen? Es ist vor allem unerheblich, ob sich der Verdacht bestätigt. Wenn nicht, umso besser!! Jeder noch so kleine Hinweis kann Leben retten, auch wenn der Notarzt einmal umsonst kommen sollte!

Was ist ein Schlaganfall überhaupt?

Ein Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung im Gehirn. Es kommt zu Ausfällen betroffener Areale und kann daher mit den unterschiedlichsten Symptomen einhergehen:

Woran erkennen Sie einen Schlaganfall?

Da der Zeitverlauf, die Stärke der Störung, und der Ort des Geschehens, das betroffene Hirnareal also, ganz unterschiedlich sein können, können auch die Anzeichen ganz unterschiedlich sein:

–        Klage über plötzlich auftretende heftigste Kopfschmerzen

–        Klage über Übelkeit

–        Klage über Schwindel, Orientierungslosigkeit beim Gehen (Umfallen)

–        Plötzliches Stolpern ohne ersichtlichen Grund

–        Plötzliches Fallenlassen von Gegenständen

–        Klage über Doppeltsehen, Verschwommen Sehen

–        Plötzlich veränderte Sprache, Worte kommen nicht richtig raus

–        Ungleiche Gesichtsmimik, Mundwinkel hängt, ein Auge hängt etwas nach unten, die Zunge fällt vielleicht etwas raus.

–        Klage über Missempfinden, Kribbeln, in den Gliedmaßen

–        Plötzliche Stop im Redeschwall

–        Tropfen von Speichel oder Flüssigkeit aus dem Mund

–        Erstaunter Gesichtsausdruck des Betroffenen

–        Plötzlich einsetzende Lähmung, Schlurfen, Hinken, etc.

 

Sekunden retten Leben!!

Je schneller Hilfe kommt und die Durchblutungsstörung stabilisiert werden kann, desto höher sind die Chancen des/der Betroffenen auf Schadensbegrenzung. Sollten Sie bei Ihren Liebsten, Ihrem Umfeld oder sich selbst auch nur den leisesten Verdacht haben sollten Sie:

–        Sofort den Notarzt rufen (ohne Hektik und Panik) 112

–        Ruhig auf den Betroffenen einreden (Ganz wichtig! Der/die hat höllische Angst, weiß nicht, was los ist und kann sich nicht mitteilen)

–        Berühren Sie die Person ruhig, aber bestimmt. Zeigen Sie, dass Sie da sind!

–        Geben Sie das Gefühl, dass Sie da sind, versuchen Sie Ruhe und Zuversicht auszustrahlen!

–        Bei Bewußtlosigkeit die stabile Seitenlage durchführen

–        Beengende Kleidung öffnen.

–        Gebiß, Speisereste, etc. sofort aus dem Mund vorsichtig entfernen.

–        Bis zum Eintreffen des Notarztes eine wärmende Decke über den Betroffenen legen.

Wie entsteht ein Schlaganfall?

Es gibt mehrere Gründe, die zu einem Schlaganfall führen können.

1)     Ein plötzlicher Verschluss der zum Gehirn führenden Blutgefäße durch eine Embolie oder eine Thrombose (eine größere Ansammlung von Gerinnungsplättchen oder einem „Blutklumpen“ wird mitgerissen und blockiert eine engere Arterie), häufiges Risiko bei Menschen, die viel liegen müssen. Die hinter dem Verschluss liegenden Gebiete werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Innerhalb von 8 Minuten sterben die Gehirnzellen ab. Daher ist Eile geboten!

2)     Durch einen erhöhten arteriellen Blutdruck, entweder über mehrere Jahre ständig erhöht > 140 mm HG, oder plötzlich hochschnellender > 200 + mm HG reißen Gehirnarterien durch den enormen Druck. Vor allem bei chronischem Bluthochdruck sind auch die Gehirnarterien porös und verkalkt, dadurch unelastisch und können den hohen Druck nicht mehr auffangen. Auch bei Diabetikern ist der Schaden an allen Arterien enorm. Es kommt zu massiven Blutungen im Gehirn. Da das Gehirn durch die Schädelkalotte beengt ist, ist hier der Ausgang multifaktoriell.

Schlaganfall ist die häufigste Todesursache weltweit. In Deutschland allein erleiden jährlich 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Es sind allerdings bestimmt nicht allein ältere Menschen, die davon betroffen sind. 10.000 davon sind jüngere Menschen unter 45. Im Vergleich stecken sich jährlich 2.500 Menschen unter 45 durch HIV an!

Schlaganfall geht uns also alle an!

Erstmedizinische Versorgung – und nun?

Eine im Anschluss an die medizinische Soforttherapie Sofort-Reha ist essentiell, um den aktiven Gehirnzellen die Möglichkeit zu geben, die Ausfälle zu kompensieren. Dies muss so schnell wie möglich direkt im Anschluss passieren. So ist die sog. Bopath-Therapie eine der wichtigsten und leider noch nicht sehr bekannten Reha-Maßnahmen zur Rekonvaleszenz und Aktivierung beider Gehirnhälften.

Weiterhin benötigen Betroffene sehr viel Zuspruch, da die ersten Schritte nicht einfach sind zu gehen, viele müssen Worte, alltägliche Bewegungen neu erlernen. Eine gleichzeitige psychologische Betreuung wirkt Wunder.

Auch sollte der Kostenpunkt so schnell wie möglich angesprochen werden, und eine entsprechende Reha mit eventueller naturheilkundlicher Begleitbehandlung beantragt werden. Es gibt nichts Schlimmeres, als zusehen zu müssen, wie sich nichts bewegt durch lange Verwaltungsgänge und –prozesse!

Ich habe diese Erfahrung in meinem engsten Kreise gemacht, und hoffe, ein wenig damit helfen zu können.

In meinem nächsten Artikel geht es darum, wie jeder von uns das Risiko für Schlaganfall vermeiden kann, bzw. für sich erste Warnhinweise erkennen kann und was wir selbst in solchen Fällen tun können!

Ich möchte Euch noch einmal bitten, den folgenden link für die Spendenaktion für Nicki, die so aus dem Leben gerissen wurde, weiterzuleiten und ihr zur Seite zu stehen! Wer weiß, wer der oder die Nächste ist!

Ich wünsche Nicole und Ihren Angehörigen viel Mut und Stärke!

Hier der link:

www.helft-nicky.de

Herzlichen Dank!

Eure Ginger

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Über gingerclub

Helping people to naturally deal with high blood pressure, arthritis and other chronic diseases, seminars, coaching. 15 years of experience in natural health. Copyright (c) 2011 Gingerclub
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2 Antworten zu Mit einem Schlag…

  1. ultraistgut schreibt:

    Liebe Ellen,

    nun bin ich während einer Bettpause auf deine Seite gelaufen, um nachzusehen, was sich hinter gingerclub versteckt. Eine sehr interessante Frau, die ich auch gerne näher kennen lernen möchte, und die sich sehr freut, dass du durch Zufall den Weg zu mir gefunden hast und werde dich auch gerne verlinken.

    Was den Schlaganfall angeht, ich habe es in eigener Familie erleben müssen, dass Hilfe in den ersten drei Stunden lebensnotwendig ist, um eventuelle schwere Folgen einigermaßen in den Griff zu bekommen. Damals hatte ich keine Ahnung von einem Schlaganfall und habe sofort unseren Hausarzt konsultiert, der alles weitere veranlasst hatte.

    Traurig, dass so viele junge Menschen mittlerweile davon betroffen sind.

    Liebe Ellen, ich bleibe am Ball, habe dich abonniert – und wir sehen, lesen, schreiben miteinander, ich freue mich ! 😎

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