Wie schlau ist unsere Angst?

Wie schlau ist unsere Angst?

 

Angst ist eine Emotion, die uns vor Bedrohungen schützen soll. Sie warnt uns vor dunklen Ecken, waghalsigen Unternehmungen, oder drohenden Entwicklungen. Man könnte sagen, dass die Angst versucht, unser Leben zu bewahren.

Verspüren wir Angst, überdenken wir normalerweise unsere Strategie und ändern sie. Wir laufen weg, wenn wir uns bedroht fühlen oder verstecken uns. Angst bewirkt auch hier wieder, dass unser Blutdruck über unsere Stresshormone hochgefahren wird.

Doch was passiert, wenn die Angst uns beherrscht? Was passiert, wenn unsere Angst nicht die Klügste ist und uns falsch berät?

Lasst mich Euch eine Geschichte erzählen:

Vor einigen Jahren war ich mit Freunden und meinem Bruder im wunderschönen Joshua Tree Park in Kalifornien. Eigentlich eine Wüste, sieht diese so aus, als hätte dort ein mächtiger Koloss aus der Götterwelt aus lauter Jux ein paar übergroße Hinkelsteine wahllos in den Sand geschmissen. Überall liegen diese nun verstreut herum und geben ein bizarres Bild inmitten von Yucca Bäumen ab. Einige sehen aus wie riesige Bären oder Schildkröten, welche die Götter der Navajo Indianer, die hier früher einmal gelebt haben, bewachen. Andere stellen abstrakte Kunstformen vor dem orange-pink farbigen Abendhimmel Kaliforniens dar.

Aufgrund dieser bizarren Granitfelsen, die eine Höhe von bis zu 40 Metern erreichen können, gilt dieser Park auch als absolutes Kletterparadies. Gecampt wird im Zelt bei -5 Grad Celsius. Morgens wird um 6 Uhr aufgebrochen, nachdem man sich einen kurzen Kaffee genehmigt hat, der es einem ermöglicht, wenigstens die Augen aufzuhalten. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen.

Mit Klettergurten, Meter langen Seilen, Karabinern und Kletterharken bestückt erahnen wir den Weg zu unserem Zielfelsen, dessen raue Oberfläche weißlich vom Raureif schimmert.

Die Kletterschuhe werden angezogen, und die Gurte angelegt. Nicht, dass ich der tollste Kletterer wäre, ich habe es bis dato nur ein paar mal gemacht, aber dafür bin ich relativ mutig und gelenkig. Was ich am Klettern mag, sind zwei Dinge: Es ist eine Sportart, die jeden Muskel im Körper herausfordert und einsetzt,  und es ist vor allem ein Mentaltraining.

Zunächst einmal muss man sich auf seinen Partner verlassen, der auch teilweise nur die Hälfte seines eigenen Körpergewichts und Größe sein kann. Weiterhin muss man sich nach Erreichen des Zieles komplett dem Seil anvertrauen, um dann senkrecht zur Felswand in die Tiefe zu laufen. Wer es einmal ausprobieren möchte – es gibt keine bessere Übung in Sachen Vertrauen.

Dies sollte eigentlich eine leichte Wand sein. Ich fange an, steige auf, sehe nach oben, folge dem, was ich als Griffe erkenne. Alles läuft gut.

Auf einmal kommt eine zweite Truppe laut erzählend um die Ecke.

Meine Konzentration ist weg, ich schaue nach unten und werde zum erstenmal gewahr, was ich da eigentlich für einen Todes mutigen Blödsinn veranstalte. Meine Fußspitzen sitzen auf kaum zu erkennenden Felsvorsprüngen, meine Arme weit über mir, meine Fingerkuppen krallen sich in irgendwelche Ritzen – dies ist mein ganzer Halt. Von weiteren möglichen Griffen keine Spur.

Mit der Zeit merke ich meine Muskeln, ich fühle mich immer schwerer, nehme nur war, wie ich mich immer mehr an den Felsen „klammer“ und auf einmal schlichtweg Angst bekomme, zu fallen. Nichts geht mehr, ich fange an, Fehler zu machen, meine Position zu verändern, die Muskeln fangen an zu vibrieren. Meine Kräfte schwinden, die Angst übermannt mich. Meine Gedanken kreisen um die Frage, wie viele Kletterer jährlich in Felswänden sterben.

Je mehr ich so da „hänge“, desto schwächer werde ich und mir ist bald nur noch zum Heulen zumute. Ich schaue nicht mehr auf den Weg, der mich weiterführt, sondern nehme nur noch die feindliche, eiskalte Wand vor mir wahr, die mir weder Komfort noch Zuspruch gewährt. Trotz der Anfeuerungen und Ratschläge meiner Begleiter, für die die Höhe wie ein Witz erscheinen muss, möchte ich nur noch eins: runter von der Wand!

Irgendwie schaffe ich es, mich aus meiner fast steif gewordenen Position zu befreien, und mich abzuseilen.

Unten angekommen, macht sich Entspannung breit, die Angst verliert sich. Ich schaue hoch und denke, dass die Höhe ja nun wirklich nicht so schlimm war. Nach ein paar Minuten Aufwärmen schaue ich mir noch einmal die Strecke an, fange noch einmal an, und konzentriere mich nur auf den Weg nach oben. Ich schaue nicht vor mich (das Jetzt) und schon gar nicht nach unten (die Vergangenheit).

Auf einmal bin ich oben, klettere das letzte Stück über die Felskuppe und fühle mich wie ein Adler. Vor mir beginnt die Sonne über einer blau-orange gefärbten unendlichen Schönheit der Mojave-Wüste zu erwachen und ich bin der glücklichste, siegreichste Mensch in diesem Universum.

Klettern ist ein Mentaltraining.

Angst entsteht durch Mangel an Konzentration oder Achtsamkeit. Konzentriert man sich auf diese Emotion, wird sie stärker und schwächt uns. Konzentrieren wir uns auf das Ziel und überwinden unsere Angst, werden wir stärker und können unsere Ziele erreichen.

Angst kann lähmen, oder den Blutdruck permanent hochtreiben, wenn wir uns auf Dauer von dieser Emotion beherrschen lassen.

Schaut nach oben, überlegt Euch Eure Schritte, und die Angst wird verfliegen.

Alles Gute für Euer Herz

Ginger

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