Sündenbock Streß

Ist Stress wirklich die Hauptursache für Bluthochdruck?

Wenn immer ich einen Artikel über Bluthochdruck lese, falle ich über diesen Geist „Streß“. 

Streß scheint uns zu verfolgen, ständig präsent zu sein, was auch immer wir tun. Unser persönlicher Staatsfeind Nr. 1, der für all unsere Leiden, Erkrankungen und Mißgeschicke herhalten muß. Also unternehmen wir etwas gegen „Streß“, machen Sport, Yoga, Wellnesskuren, dieses und jenes, greifen zu Tabletten ….noch mehr Streß. Kein Wunder, dass wir also irgendwann alle an Bluthochdruck leiden?

Zugegebener Maßen leben wir in einer sehr schnell lebigen Zeit mit vielseitigen Anforderungen. Viele von uns haben mehr als genug an Aufgaben zu erledigen, vom Job über die Familie bis hin zu gesellschaftlichen Verpflichtungen, ganz zu Schweigen davon, unsere vielen emails zu beantworten, schön und fit zu bleiben oder unsere Steuererklärung termingerecht einzureichen. Doch….

sind wir alle gestresst?

„Streß“ ist der wohl am meisten mißbrauchte Modebegriff, wenn es um unsere Gesundheit geht!! Wie oft hören oder lesen wir, dass wir uns von Stress befreien sollten, wenn unser Blutdruck in die Höhe geht?

Sicherlich haben wir alle mit unseren täglichen Anforderungen umzugehen, doch was haben die Menschen zu Kriegszeiten getan? Frauen, die ums blanke Überleben kämpfen mußten, nicht nur ihr eigenes, sondern auch das ihrer Kinder. Männer, die im Krieg um ihr Leben bangen mußten und abscheulichen Greueltaten ausgesetzt waren. Hatten all diese Menschen nicht ein wenig mehr „Streß“ als wir heute? Die  Zahl der Hypertoniker und „Burn-Out“ Patienten ist heute im Bezug auf die Bevölkerungsdichte am höchsten. Diese Erkrankungen waren bis in die 70ziger Jahre weitestgehend unauffällig. Woher kommt es weiterhin, daß Menschen im Rentenalter an Bluthochdruck leiden, oder solche, die arbeitslos sind?

All dies wirft die Frage auf:

Was ist Streß?

Vielleicht überrascht es Euch, zu erfahren, dass es keine klare Definition von „Streß“ gibt. Im wissenschaftlichen Sinne war es der Biologe und Stressforscher Hans Selye, welcher 1936 in einem Interview den Nagel auf den Kopf traf: „Jeder weiß, was Streß ist, und niemand weiss es wirklich.“

Eigentlich stammt der Begriff „Stress“ aus der Physik und bedeutet zwei Dinge: 1) eine Kraft oder ein System von Kräften, welches auf einen Körper wirkt, ihn dabei deformiert oder belastet, UND 2) den internen Widerstand dieses Körpers gegen diese Kraft.

Selye fand bei seinen biologischen Forschungen heraus, dass auch unser Körper auf externe Kräfte und Faktoren reagiert. So konnte er in Versuchen messen, dass wir bis zu einem bestimmten Punkt der Kraftauswirkung mit einer erhöhten Produktivität reagieren. Diesen Punkt nannte er „Eu – Stress“ oder positive Belastung. Wird dieser Punkt überschritten, er nannte diesen Zustand „Di-Stress“, reagiert der Körper mit den unterschiedlichsten Krankheitssymptomen. 

Es konnte jedoch nie festgelegt werden, ab welcher Stärke dieser Punkt überschritten wird. Wie jemand auf einen leidenschaftlichen Kuss oder eine Wurzelkanalbehandlung reagiert, ist sehr individuell. Für jeden ist unser persönlicher maximaler Belastungpunkt unterschiedlich.

Was bedeutet das für uns?

Ihr könnt wirklich entspannen, da

– es Stress per Definition gar nicht gibt!

– der Begriff nichts über Gründe aussagt.

– „Stress“ ebenfalls den Widerstand gegen Belastung meint.

– die Antworten, Belastungshöchstpunkte und Konsequenzen für jeden unterschiedlich sind!

So kann auch jeder von uns seinen persönlichen Widerstand und die Belastungsgrenze für äußere Einflüsse ändern und trainieren.

Ich sage nicht, dass Stress keine Relevanz für unsere Gesundheit hat. Vielmehr, dass dieser Begriff ein gefährlicher Sündenbock ist für Gründe und Ursachen, die weit tiefer in unserer Psyche verankert liegen –

1) in unserer individuellen Wahrnehmung unserer Umwelt

2) in unseren Gefühlen, die damit verbunden sind,

3) in unseren individuellen Antworten und Reaktionen auf 1) und 2)

Daran kann jeder von uns arbeiten! Es ist unser Nervensystem, welches es zu beeinflussen gilt, nicht unser „Streß“. Über dieses wird gesteuert, ob und wieviel Adrenalin oder Cortisol wir ausschütten,  ob unser Blutdruck steigt oder wir andere Erkrankungen entwickeln ODER diese äußeren Reize uns und unsere Gesundheit sogar nützen können!

Das nächste mal, wenn Ihr etwas über „Stress“ lest, fragt Euch einmal, was denn genau gemeint ist. Die wirkliche Frage ist doch, wie reagiere ich auf meine Umwelt.

Für ein ausgiebiges Training hierzu schaut einfach unter Online Trainingsprogramm. 

Welche Erfahrung habt Ihr im Umgang mit Faktoren, die Euch belasten können?

Mit herz-freundlichen Grüßen

Ginger

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Eine Antwort zu Sündenbock Streß

  1. Eike schreibt:

    Guter Post. Sicher kein Fehler, sich mit dem Thema genauer auseinander zusetzen. Werde sicher weitere Artikel im Auge behalten.

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