Das Wunder der Arterien

Der wichtigste Faktor zur Entstehung von Bluthochdruck ist der Zustand unserer körpereigenen „Ströme und Bäche„, unseren Arterien.

Bevor wir Bluthochdruck verstehen, geschweige denn, etwas dagegen unternehmen können, sollten wir uns mit diesem fast perfekten Transportsystem unseres Körpers beschäftigen.

Wie ein Strom verzweigen sich Arterien vom Herzen ausgehend in große Flüsse, kleinere Bäche und Rinnsale, welche in die entlegensten Winkel unseres Körpers reichen.  Ähnlich einem Wasserstromgebiet verteilen Sie Nährstoffe und Sauerstoff zu unseren ca. 70 Billionen Zellen, die unseren Körper ausmachen.

Um sich diese fantastische Leistung einmal vor Augen zu halten, führen Sie einmal Ihre rechte Hand gerade über Ihren Kopf und belassen Sie diese dort für ca. 1 Minute! 21, 21, 21….

Jetzt führen Sie die Hand ganz nach unten, lassen Sie sie einfach hängen.

Nun erkennen Sie, wie die winzigsten Zellen über dieses gigantische Kanalsystem von Arterien, Arteriolen und Kapillaren wieder in kürzester Zeit mit „Lebenssaft“ gefüllt werden.

Alle Flächen, die jetzt gerötet sind, sind mit den feinsten Härchen der Kapillare durchzogen, jede einzelne Zelle! Areale, die weiß sind, sind nicht mehr gesund. Dort wird eine Zufuhr mit Nährstoffen nicht mehr gewährleistet. Krankheiten, Pilze, Bakterien haben leichtes Spiel.

Würde man alle größeren und kleinsten Flüsse aneinanderreihen, hätten sie eine Länge von ca. 100.000 km – das sind 2,5 ERDUMRUNDUNGEN!

Venen sind keine Arterien!

Arterien sind der hinführende, nährende Teil unseres Kanalsystem. Hierüber werden Nährstoffe und Sauerstoff zu den Zellen transportiert. Sie können dies an dem hellroten Blut erkennen und dem höheren Druck, mit dem das Blut durch diese vom Herzen gepumpt wird.

Venen auf der anderen Seite bringen Schlackenstoffe und sauerstoffarmes Blut zurück zum Herzen bzw. zur Lunge. Dies geschieht durch die Rücksogwirkung des Herzens bzw. der Pumpleistung der umliegenden Muskeln. Die Farbe des Blutes ist  eher bläulich. Da hier wenig Druck herrscht, sind Venen nicht Gegenstand einer Bluthochdruck Problematik und werden auch nicht weiter hier erörtert.

Welche Leistung!

Um eine konstante Bereitstellung von Blut, d.h. Schutzstoffen, Nährstoffen und Sauerstoff zu gewährleisten, damit ALLE Teile unseres Systems überhaupt funktionieren können, muß irgendwo ein konstanter Druck erzeugt werden. Unser Herz erzeugt diese Druck mit Hilfe seines Muskels, welcher den „Lebenssaft“ in unser Flusssystem herauskatapultiert. Und dies, man stelle sich vor, gegen die Schwerkraft (Tiere haben es einfacher)! Wäre dies nicht der Fall, so könnte sich Gehirnzelle Nr. 10000005 auf einmal beschweren:“ Hör mal, Du, Herz, ich bekomme zu wenig Saft, da kommt nichts rüber“ – ja, wie wäre das denn?

Stellen Sie sich vor, Sie hielten gerade eine wichtige Rede, und gleich mehrere Ihrer kostbaren Zellen können nicht so, wie sie wollen, da die Versorgung fehlt, weil das zuführende Kabel entweder verstopft ist oder durch den Mangel an Druck zu wenig ankommt. Tja, Zelle Nr. 10000005 ist eben doch wichtig und stellt die gleichen Ansprüche wie Ihr kleiner Zeh, ob nun gerechtfertigt oder nicht. Natürlich könnten Sie sich auf den Kopf stellen, aber die Krawatte im Gesicht wäre beim Sprechen wahrscheinlich zu hinderlich.

Es wäre in der Tat einfacher, würden wir unseren Kopf dort tragen, wo jetzt unser Allerwertester ist. Zumindest was das Problem der Schwerkraft angeht.

Wir sind nicht perfekt!

Obwohl alle unsere Ströme, Flüsse und Flüsschen wichtig sind, sind manche für unsere Existenz eben noch ein wenig wichtiger aufgrund Ihrer anatomischen Lage:

1) Diejenigen, die unser Gehirn versorgen. Sie verlaufen durch einen sowieso schon engen und mit vielen „Versorgungskabeln“ überlasteten Hals. Dort existiert ein natürlicher Engpaß. Diese Arterien sind auch als Karotiden bekannt. Schwindel, Sehstörungen, Übelkeit können hier in einer wie auch immer gearteten Verengung ihre Ursache haben.

2) Arterien, die unser Herz versorgen. Die Gesundheit unseres Herzens ist von einer reibungslosen Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen abhängig. Die kleinsten sog. Koronararterien oder Herzkranzgefäße sind damit überlebenswichtig. Wird eine von ihnen verstopft, wird das Herz Ihnen das sehr übel nehmen und eventuell mit Streik reagieren.

3) Der dickste Versorgungsast, auch genannt Aorta, verläuft vom Herzen bis hinunter zu unseren Bauchorganen und versorgt damit unsere wichtigsten Organe wie Nieren, Milz, Leber, Darm. Hätten Sie gedacht, daß dieser an seiner dicksten Stelle den Durchmesser einer Computer Mouse erreichen kann?

Wie funktioniert unser Kanalsystem?

Bevor wir uns mit den Einflußfaktoren beschäftigen und diese verstehen, sollten wir uns anschauen, wie denn Arterien funktionieren.

Wie wir dem Bild unten entnehmen können, sind Arterien alles andere als starre Rohre. In der Tat, stellen Sie praktisch ein Organ an sich dar. Da sie ja auch verschiedenen Leistungsansprüchen gerecht werden müssen, ist jede einzelne, ob sie es glauben, oder nicht, mit einer MUSKELSCHICHT überzogen.

Dies bedeutet, daß jede einzelne Arterie wie ein Muskel auch funktioniert, dabei anspannen und entspannen kann, wie Ihr Bizeps. Durch die An- bzw. Entspannung wird die Arterie weit bzw. eng gestellt. Je enger, desto höher der Druck bei gleicher Menge Flüssigkeit, die dort hindurch fließt. Je weiter gestellt wird, desto niedriger der Druck, aber je höher die Menge, die zur gleichen Zeit transportiert werden muß. Dies geschieht ja nach Bedarf und wird von unseren Nerven, Gehirn, Hormonen und anderen Faktoren gesteuert als Antwort auf unsere jeweilige Lebenssituation.

Je mehr Nährstoffe eine bestimmte Region Ihres „Universums“ benötigt, wenn Sie zum Beispiel rennen oder meinen Blog konzentriert lesen, desto enger werden die Gefäße gestellt, um den Druck zu erhöhen, damit mehr Blut dort ankommt. Danach können sie wieder entspannen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Funktion des An- und Entspannens auch funktionieren kann. Wann haben Sie zuletzt diese Muskeln trainiert und wie geht das überhaupt?

Eine weiterer Anspruch an unsere „Schläuche“ ist, daß sie elastisch sind. Wären sie starr und unbiegsam, würden sie bei jeder Druckerhöhung reißen oder brechen.

Dies wird ermöglicht durch eine elastische Innenwand der Arterie, der Intima, welche bei der Entstehung von essentiellem Bluthochdruck eine wichtige Rolle spielen soll.

In den kleinsten Verzweigungen, den Kapillaren, findet die Übergabe der Nährstoffe und des Sauerstoffes an die jeweiligen Zellen statt. Die Wände sind entsprechend dünn und stellen eine Membran dar, um den Austausch zu ermöglichen. Diese sind dadurch um so delikater.

Das Zusammenspiel:

Um die Funktionsweise unseres arteriellen Systems zu veranschaulichen, hier wieder ein praktisches Beispiel:

Stellen Sie sich vor, Sie fühlen sich warm und behaglich. Sie sind entspannt. Jetzt gehen Sie mit Ihren Füßen in eiskaltes Wasser oder Schnee (versuchen Sie es sich bildlich vorzustellen). Was passiert? Ja, Sie frieren, aber abgesehen davon?

Ihre Füße werden weiß (warten Sie nicht, bis sie blau werden)! Dies geschieht, da sich die Arterien und Arteriolen Ihrer Füße aufgrund der Kälte mit Hilfe der Ringmuskeln zusammengezogen haben. Dadurch wird die Blutversorgung heruntergefahren und Ihre Füße werden weiß. Kälte läßt über das Nervensystem Ihre Gefäße zusammenziehen. Diesmal spielt hier nicht der interne Druck eine Rolle, sondern physikalische äußere Faktoren. Ihr „Universum“ versucht, so wenig Wärme nach Außen abzugeben, und geht sozusagen auf „Sparflamme“.

Nehmen wir die gleichen Füße und tauchen Sie in ein anschliessendes sehr warmes Bad. Was passiert? Die Füße werden wieder schön rötlich. Durch die Wärme wurden die Muskelschichten entspannt, und mehr Blut fliesst in Ihre Blutgefäße.

Hier haben Sie hoffentlich gesehen, daß Ihre Blutgefäße intakt sind, d. h. die „Durchblutung“ ist gesund. Herzlichen Glückwunsch!

Unser arterielles Gefäßsystem ist ein echtes Wunder und ist so komplex aufgebaut, daß es unseren speziellen Anforderungen immer gerecht wird. Tag ein, Tag aus, egal wo wir uns befinden, was wir erleben, denken, fühlen, wie wir uns bewegen, ob wir ruhen.

Dies ist der Idealfall. Dieser ist dann gegeben, wenn die Muskelschicht trainiert und unsere Gefäßschichten elastisch bleiben. Doch genau dort liegt der Kasus Knaxus!

Jetzt, wo wir wissen, wie Arterien funktionieren, können wir uns in Teil III den Einflußfaktoren widmen.

Mit herzgesunden Grüßen

Ihre

Ellen Ginger

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