Bakterien gut – alles gut!

Bakterien sind die vielleicht mißverstandensten Kreaturen dieser Erde, neben unseren Chefs. Wir fürchten uns vor Ihnen, versuchen Sie zu eliminieren, und machen sie zum Sündenbock wo es nur geht.

Dabei haben Bakterien uns einiges voraus. Zum einen existieren sie schon tausende von Jahren länger auf diesem Planeten. Zum anderen können sie sich an die widrigsten Lebensumstände anpassen. So gibt es Bakterien, die 1000 Meter unter der Meeresoberfläche leben und sich ausschließlich von ausströmendem Methan ernähren.

Bakterien sind uns genau genommen körperlich überlegen. Während wir gerade einmal ca. 70 Milliarden Körperzellen aufweisen können, leben in uns oder eher von uns beeindruckende  100 Milliarden Bakterien. Ob Mundschleimhaut, Fingernägel, Füße, Magen, Kopfhaut oder Darm.

Kein Wunder, daß wir bei dieser Vorstellung vor Angst und Schreck zu Desinfektionsmitteln, Seife, Mundspülmitteln und Anti Biotika greifen. Wenn man sich einmal vorstellt, daß vor gerade 100 Jahren Frauen massenweise bei Geburten starben, da die Ärzte Staphylokokken von Patientin zu Patientin schleppten, ist dies teilweise verständlich. Erst ein Herr Dr. Semmelweiss änderte dieses tragische Leid durch die Einführung der Hygiene und von Desinfektionsmitteln. Gott sei Dank!

Allerdings tun wir den meisten Bakterienstämmen Unrecht. Die meisten von unseren körpereigenen Bakterien leben in einer friedlichen Symbiose mit uns, wo sie eine gemütliche Nische gefunden haben. Zumindest solange wir sie naturgerecht behandeln.

So schützt uns eine gesunde Mundflora vor Karies und Entzündungen und macht eigentlich jede Zahnpasta oder chemische Mundspülung überflüssig. Leider zerstören wir das eigentlich gesunde Milieu durch ungenügendes Kauen, den Verzehr von Zucker und Weißmehl. Pathogene, d.h. krankmachende Bakterien breiten sich aus und greifen Zähne und Zahnfleisch an.

Auch würden sich die Bakterien in unseren Achseln nicht massiv vermehren, wenn wir nicht dauernd ein gesundes Milieu mit aggressivsten Deodorantien und Billigseifen zerstören würden. Unsere Haut ist eigentlich eine Hilfsniere, die dafür sorgt, dass Toxine ausgeschieden werden. Dies merkt man besonders während des Fastens. Menschen, die sich natürlich ernähren, kaum Fleisch verzehren und deren Ausscheidungsorgane intakt sind, benötigen keine Deos und müssen auch nicht täglich duschen. Sie riechen „natürlich“ gut, ebenso wie Babies von Natur aus gut riechen. Eine natürliche Bakterienflora zersetzt die Ausdünstung von Wasser und Mineralien, welche eigentlich unseren eigentlich harmlosen aber ekelig klingenden „Schweiß “ ausmacht. Ekelig wird dieser nur, wenn wir uns toxisch ernähren und ständig gesunde Bakterien vernichten, damit das Hautmilieu ändern, so daß sich Staphylokokken und andere niederlassen können.

Sie haben Bakterien in der Nase, im Rachen und sonstigen Schleimhäuten? Gut! Auch dort schützt ein Heer von Mikroben dafür, dass Schädlinge abgewiesen werden können. Rauchen, Umweltgifte, trockene Heizungsluft und Sauerstoffmangel können auch hier das Milieu umkippen und zu vermehrten Krankheitserregern führen.

Von extrem wichtiger Bedeutung für unsere Gesundheit sind unsere Darmbakterien. Diese kleinen Helferchen, die täglich mit uns leben, formen eine Schutzschicht auf unserer Darmschleimhaut und stellen das Zentrum unseres Immunsystems dar. Bifidobakterien, Lactobazillen und Streptokokken generieren Substanzen, die Krankheitserreger eliminieren können. Außerdem sind sie an der Produktion von sog. fäzialem IgA beteiligt, einem Darm spezifischen Antikörper beteiligt. Damit tragen sie direkt zu unserer Immunabwehr bei. Vitamin D, B12 und der sog. intrinsic factor können alle nur mit Hilfe eines gesunden Darmes und damit einer ausgeglichenen Darmflora bereitgestellt werden.

Leider ist bei den wenigsten Menschen die Darmflora in Ordnung. Staphylokokken, eine Überwucherung von e-coli Bakterien und die Besiedlung mit Pilzen, dem candida albicans sind die Folge. Leider spüren wir nur unspezifische Symptome wie Blähungen oder einen „Gummibauch“. Schlimmer jedoch sind die daraus resultierenden Krankheiten und gesundheitlichen Defizite, angefangen von Depressionen über Hauterkrankungen, Allergien, Auto Immunerkrankungen, rheumatische Erkrankungen, Migräne, Bluthochdruck, Bronchitiden, Krebs und etliche mehr.

Obwohl wir für die Entwicklung von Antibiotika dankbar sein dürfen, tragen deren unsachgemäße Anwendung allerdings zur Zerstörung unseres Immunsystems bei. Leider werden diese häufig zu oft und zu verkehrten Begebenheiten gegeben. Influenza, der Auslöser vieler Grippefälle, ist ein Virus, kein Bakterium. Über den Verzehr von Fleisch werden wir schon allein mit Antibiotika versorgt, so daß sich immer mehr Resistenzen aufbauen können. Tja, Bakterien sind ja nicht um sonst schon so lange auf dem Planeten, reine Überlebenskünstler.

Durch die Antibiotikagabe ohne nachhaltigem Wideraufbau der Darmflora wird unser Immunsystem Darm nachhaltig zerstört. Es heißt nicht umsonst „anti-bios“ = gegen das Leben. Also, aufgepaßt, ob es wirklich sinnvoll ist, immer gleich zu Antibiotika zu greifen. Andererseits müssen sie auch sein, wo es Sinn macht. Bei schweren Ekzemen oder Lungenerkrankungen z. B. Aber immer mit vorheriger Feststellung der jeweiligen Bakterienart, nicht einfach drauflos und mit anschließender Darmflora- Aufbaukur.

Aber nicht nur Antibiotika, sondern spätes Essen (nach 16 Uhr) , der Verzehr von Zucker und zuckerhaltigen Getränken, Weißmehl, Fleisch, Alkohol, Fertigprodukten, große Mengen an Essen und schlechtes bzw. kaum Kauen sind ebenso verantwortlich für eine Entwicklung, die Sie immer weiter vergiften wird. Pilze, d.h. der Candida albicans sowie krankheitserregende Bakterien ernähren sich förmlich von Zucker und Weißmehl.

Candida albicans ist hier eine besondere Erwähnung wert. Sehr hartnäckig setzt dieser sich in der Darmschleimhaut fest und beglückt uns mit seinen Toxinen, die er direkt in unsere Blutbahn schleust. Darüber hinaus wandert er gerne auch in andere Regionen, bei Frauen vor allem in die nächst gelegenen Eintrittspforten. Man kann ihn jedoch auch weiter in Ohrregionen, in die Mundschleimhaut und von dort in Richtung Lunge weitertransportieren, wenn eine strikte Anti Candida Hygiene nicht eingehalten wird. Es kann bis zu 6 Monaten dauern, bis eine ganzheitliche Candida Behandlung Wirkung zeigt. Ohne professionelle Hilfe kommen Sie nicht dagegen an!

Wer sich nun genau in Ihrem Darm eingenistet hat, kann man im Einzelnen feststellen. Spezielle Untersuchungen zeigen, ob Ihr fäziales IGA aktiv ist, ob Sie eine Candida Belastung haben oder Sie von Staphylokokken heimgesucht werden.

Was können Sie tun?

Wenn Sie dauerhaft vorsorgen möchten, sollten Sie als Standardprogramm folgendes tun:

1) Kauen Sie jeden Biss, bis er flüssig ist!

2) Verzichten Sie komplett auf Zucker!

3) Verzichten Sie komplett auf Weißmehl!

4) Essen Sie nach 16 Uhr nichts mehr!

5) Bewegen Sie sich mindestens 30 Minuten am Tag!

6) Essen Sie frisches Sauerkraut, frische Äpfel so oft es geht!

7) Mixen Sie Leinsamen, Pflaumen (Backpflaumen) und essen diese!

8) Versuchen Sie, Ihre Nahrung hauptsächlich aus rohem Gemüse und Obst bestehen zu lassen.

9) Essen Sie nachmittags kaum Obst, am besten nur Morgens.

10) Trinken Sie 1,5 liter Wasser über den Tag verteilt.

11) Keine Abführmittel! Diese machen den Darm träge!

12) Echter Joghurt, Brottrunk, Kefir oder Buttermilch ab und zu zwischendurch trinken!

13) Jetzt ist Rhabarberzeit – auch roh fantastisch, bringt den Darm in Schwung!

14) Joghurt im Mund behalten hilft auch gegen Geschwüre und Zahnprobleme.

15) Sitzen Sie nicht dauernd auf dem Stuhl. Stehen Sie auf beim Telefonieren, fahren Sie zu Kunden. Das Einknicken begünstigt die Vermehrung von Fäulnisprodukten.

16) Bei Verdacht auf Candida Belastung oder oben aufgeführte Erkrankungen sollten Sie einen Termin bei einem spezialisierten Heilpraktiker oder Arzt machen. Dieser wird eine genaue Diagnose Ihrer Darmbesiedlung machen und Sie weiterberaten!

Machen Sie sich gut meinende Bakterien zu Freunden. Sie sind nun einmal Ihre Untermieter und kümmern sich sogar um Sie. So werden Sie auch keinen Ärger mit Invasoren haben!

Alles Gute für Ihren Darm!

Ginger

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