Frühling – nicht für jeden der Lenz

Für manche ist es die schönste Zeit im Jahr, für andere die Hölle. Sträucher, Bäume, Blumen, Kräuter, sie alle berauschen uns mit ihren Blüten und Düften. Blüten und Pollen verfolgen jedoch fast jeden 3. Bürger in Deutschland mit heftigen allergischen Reaktionen und zwingen sie in die Knie. Tränende Augen, Niesattacken bis hin zu Atemnot schränken den Lebensgenuß auf massivste Weise ein. Schlappheit, Gereiztheit und eventueller Bluthochdruck können sekundäre Symptome sein.

Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle, warum immer mehr Menschen an sog. „Heuschnupfen“ leiden. Von Umweltbelastungen, die sich auf die Pollen legen, bis hin zur Denaturierung unserer Nahrung und unserer Lebensweise im Allgemeinen. Sicherlich stimmt es, daß viele Menschen von frühester Kindheit ein schwaches Immunsystem aufgebaut haben. Durch die natürliche Geburt und das Stillen mit Muttermilch werden dem frisch Geborenen normalerweise bereits ein wichtiger Immunschutz mit in die Wiege gelegt. Dieser fällt heute meist durch modernen Kaiserschnitt und Fläschchen Ernährung weg. Auch ist es richtig, daß viele Kinder heute nicht mehr draußen bei Wind und Kälte im Schlamm spielen,  und sich so durch der Auseinandersetzung mit Viren und Bakterien keinen eigenen Immunschutz aufbauen können.  Dies zeigt sich vor allem in einer höheren Ekzemanfälligkeit im Kleinkindesalter.

Doch warum sind auf einmal ältere Menschen, die jahrelang keine Symptome hatten, von jetzt auf gleich von Heuschnupfen und anderen Allergien betroffen? Hierzu muß man erst einmal verstehen, warum es sich bei einer Allergie handelt.

Der Begriff Allergie ist abgeleitet von dem Griechischen „allos“, was so viel heißt wie „fremd“ oder „anders“. Unser faszierendes Schutzprogramm, welches wir Immunschutz nennen, ist aus dem Gleichgewicht geraten. Es kann nicht mehr zwischen „Freund“ und „Fein“ unterscheiden. Es reagiert auf eigentlich harmlose Substanzen so, als handele es sich um Viren, Bakterien, Pilze oder sonstige für den Körper schädliche Substanzen. Genauso, als würde der Körper mit einer Grippe kämpfen, werden bei „harmlosen“ Substanzen Reaktionsketten in Gang gesetzt, die diese angreifen. Die klassischen Entzündungreaktionen treten auf von einer erhöhten Ausschüttung von weißen Blutkörperchen, einer erhöhten Ausschüttung von Histamin, bis hin zu Rötung und Schwellung.

Eine Allergie ist ein Überschiessen unseres Immunsystems, der Gegenpol zu einem geschwächten Immunsystem, welches bei der kleinsten Bakterieninvasion schon schlapp macht. So eine Entwicklung entsteht nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre. Sogenannte Allergene irritieren zunächst unseren Organismus, ohne daß wir es besonders spüren. Dann stellen sich nach ein paar Jahren die ersten Niesattacken ein. Wird das Immunsystem dann nicht korrigiert, schreitet die Sensibilität immer weiter fort. Die Symptome werden immer stärker. Auch die Anzahl der Allergene wird immer größer, da der Körper gelernt hat, daß es okay ist, bei eigentlich harmlosen Partikeln so zu reagieren. Es liegt eine generelle Bereitschaft zur allergischen Reaktion vor, da das Immunsystem entgleist ist. Doch welche Faktoren führen zu dieser Entwicklung?

1) Histamingehalt in der Nahrung

Histamin ist ein Hormon, das bei allergischen Reaktionen von unseren Abwehrzellen ausgeschüttet wird. Eigentlich ist es dazu da, um eine „reparierende“ Entzündung zu ermöglichen. Es erweitert die Gefäße, führt damit zu Rötung und Schwellung. Es  erhöht unseren Adrenalinspiegel, den Blutdruck, sorgt für Wasserausstritt in unser Gewebe. Eigentlich alles kein Problem, solange es auf Fremdeiweisse (Fremdkörper) trifft. Normalerweise wird dieses Hormon auch schnell wieder von unserem Körper abgebaut. Gelingt dies nicht, bleibt eine verlängerte Immunantwort bestehen, egal um welche Stoffe es sich handelt.

Ein erhöhter Histaminspiegel besteht über längere Zeit, wenn

a) Histamin über das Blut, und schließlich über die wichtigsten Entgiftungsorgane Leber und Niere nicht abgebaut werden kann. Dies entweder, weil die Leber oder die Nieren in ihrer Entgiftungsfunktion eingeschränkt  sind.

b) zu viel Histamin über die Nahrung aufgenommen wird. Die bekannten stark histaminhaltigen Lebensmittel sind:

Käse, Rotwein, in Aquakultur gezogene Fische, Schweinefleisch, Wurst, Dosenfisch, Haselnüsse, Fertigprodukte, Kiwi, Erdbeere, Hefe und Backfermente. Dies bedeutet nicht, dass diese per se Allergieauslöser sind, sondern die Allergiebereitschaft generell erhöhen.

2) Belastung durch Umweltgifte

Wir essen immer mehr denaturierte Nahrung, die mit Chemikalien behandelt ist oder aus Regionen stammt, die uns fremd sind. Täglich setzt sich ein Mensch, der gewöhnlich in einer Stadt mit mittleren Einwohnerzahl wohnt, ein Auto besitzt, im Büro arbeitet, in der Neubauwohnung wohnt und im Supermarkt einkaufen geht ca. 5.000 körperfremden Chemikalien aus. Durch die Nahrung allein gelangen Aromastoffe, Geschmacksverstärker, chemisch veränderte Fette und Eiweisse, Emulgatoren, Nanopartikel, Hormone und Medikamente in unseren Organismus. Überlegt man sich zusätzlich, dass 90% dieser künstlichen Chemikalien in den 60ziger Jahren des letzten Jahrhunderts noch nicht existierten, wen wundert es dann, daß unser Körper massive Anpassungschwierigkeiten hat. Er bekommt ja diese „Fremdstoffe“ schon täglich vorgesetzt, irgendwann rebelliert er einfach.  Unser Körper wird immer weiter mit diesen Stoffen belastet, bis er einfach wie eine überlastete Mülldeponie reagiert. Wie gut, dass er überhaupt noch reagiert, sonst wären wir nämlich bald tot.

Sind zusätzlich unsere Entgiftungssysteme überfordert und wir nicht mit sog. Antioxidantien versorgt, laufen wir mit einer wandelnden Giftmüll Deponie herum. Wußten Sie, daß die meisten Menschen nach ihrem Ableben eigentlich als Sondermüll behandelt werden müßten?

3) Im Darm sitzt der Tod

Es ist wirklich bedauernswert, dass wir nicht ab und zu in uns hineinschauen können. Dann würden die meisten von uns einen Schreck bekommen und die örtliche Müllentsorgung für Sondermüll herbeirufen. Unser Darm ist nicht nur die Endstation unserer Verdauung, sondern unser wichtigstes Immunorgan. Mit einer Fläche von 500 m², das wäre die Fläche eines Fußballfeldes, ermöglicht die Darmschleimhaut die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen in unsere Blutbahn. Sie wird von einem idealerweise gesunden Bakterienrasen geschützt, so dass Gift und Fremdstoffe nicht in unsere Blutbahn hinein gelangen können. Späte Mahlzeiten, Einfachzucker, einfache Kohlenhydrate die ebenso zu Einfachzucker umgewandelt werden, tierische Eiweisse schaffen es jedoch innerhalb kürzester Zeit, diesen gesunden Bakterienrasen zu zerstören. Schwefelsäure, Candida Pilze, Ammoniak, Clostridien, und viele mehr tragen zu einer toxischen „Kloake“ bei, die nun auch Zugang hat zu unserer Darmschleimhaut. Das Resultat ist, daß nun auch immer mehr „Fremdstoffe“ über diesen Kanal in unsere Blutbahn gelangen.  Wußten Sie, dass ein Stück Fleisch 38 Stunden benötigt, um verstoffwechselt zu werden? Ein Schnitzel zu später Stunde hat also genügend Zeit, Pilze und Bakterien, sowie Schwefelsäure  und Fuselalkohole entstehen zu lassen, die bei geschädigter Darmschleimhaut oder einem sog. „Leaky gut“ Syndrom (durchlässige, geschädigte Darmwand) als solche in unsere Blutbahn gelangen.

Sie denken jetzt vielleicht, daß bei Ihnen alles in Ordnung ist, da Sie die Toilette regelmäßig besuchen? Das sagt rein gar nichts aus, ob sich Pilze an der Darmwand festgesetzt haben, oder Teile des Darmes bereits entzündet sind. Leider fällt so eine Untersuchung auch nicht unter die ärztliche Standarduntersuchung. Es gibt nur wenige Speziallabors in Deutschland, welche eine detaillierte Analyse über Candida Belastung, Entzündungsparameter,  Bakterien Zusammensetzung  und Flora Verhältnisse, sowie den Grad der  Allergie Bereitschaft erstellen. Basierend auf dieser ist eine Darmflora- Lenkungstherapie bzw. Darmsymbiose-Lenkung eine Grundvoraussetzung, um eine Anti Allergie Therapie einzuleiten (weitere Auskunft erteile ich gerne über meine Praxis).

3) Immunmodulation

Bei einer Allergie ist unsere Immunantwort fehlgeleitet. Wird diese nicht korrigiert, kommt es zu zunehmenden Schäden. Jede Entzündung hinterläßt Narben und Entzündungsabfälle, die außerdem unseren Organismus belasten. Weiterhin steigt die Anzahl an auslösenden Allergenen, eine Entwicklung, die durch das Phänomen der Kreuzallergien verstärkt wird. Die generelle Sensibilisierung für Fremdeiweiße ist über Jahre gestiegen. So wird man nach Jahren einer Allergie auf Nüsse auf einmal feststellen, daß man auf Schmuck mit Hautreizungen reagiert, die Kopfhaut sich bei Anwendung von Shampoos rötet, oder auf einmal ein Heuschnupfen auftritt. Leider kann diese Entwicklung auch lebensgefährlich werden, nämlich dann, wenn wir auf bestimmte Medikamente wie Penicillin, auf Wespenstiche, oder auf den Genuß einer Kiwi mit einer allergischen Sofortreaktion reagieren mit sog. anaphylaktischem Schock, der zum Herzstillstand und Tod führen kann.

Herauszufinden, auf welche Stoffe man allergisch reagiert, um dann speziell gegen diese eine sog. „Desensibilisierung“ durchzuführen, bringt aus meiner Sicht und persönlichen Erfahrung wenig.  Dies aus dem bereits angeführten Grunde, dass nicht das spezifische Allergen das Problem ist, sondern die generelle Entgleisung des Immunsystems. Es muß vielmehr wieder dahingehend langsam trainiert werden, Fremdstoffe, mit denen unser Körper in Beziehung tritt, angemessen zu behandeln und als Teil unseres täglichen Lebens zu erkennen ohne „auszuflippen“.

Das Medium, welches immer diese Informationen parat hat, d.h. auf dem neuesten Stand dessen ist, was unser Organismus so treibt, ist unser Blut. Es ist sozusagen der aktuellste Informationsträger unserer körperlichen Vorgänge. Dies hat die sog. „Eigenbluttherapie“ sich zu Nutzen gemacht. Schritt für Schritt werden kleinste Tröpfchen des Blutes dem Organismus wieder von außen zugeführt, um so langsam eine korrekte Immunantwort zu trainieren. Ähnlich einer Impfung, nur dass hier die gesamte Palette potentieller Allergene, mit denen sich jeder individuell auseinandersetzt, zum Gegenstand des Immuntrainings wird. Somit ist diese Therapie genauestens auf den „Kunden zugeschnitten“. Allerdings darf man diese Therapie nicht in der Haupt Allergiesaison durchführen, da es zu überschiessenden Reaktionen kommen kann. Die beste Zeit ist der Jahresanfang bzw. der Herbst. Weitere Infos in meiner Praxis.

4) Hohe Dosierungen an Vitamin C , am besten in Form von professionell durchgeführten orthomolekularen Infusionen senken den Histamingehalt und verbessern die Immunantwort. Ebenso hat hoch dosiertes Calciumcitrat in Form von Tabletten eine Antihistaminika ähnliche Wirkung, ohne nur die Symptome zu unterdrücken.

Das Trinken von 2 -3 litern Wasser am Tag hilft, Histamin zusätzlich aus dem Körper heraus zu spülen.

Augensprays, Nasensprays und chemische Antihistaminika wirken symptomatisch, ändern jedoch nichts an der Ursache, welches ein „außer Rand und Band geratenes“ Immunsystem ist.

Auf dass Sie bald wieder Ihren Frühling genießen können!

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Mit gesunden Grüßen

Ellen Ginger

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Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Er ersetzt keineswegs den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker. Für die Umsetzung der Information sowie deren Aktualität, Inhalt oder Richtigkeit übernimmt Gingerclub keinerlei Haftung.

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