Eine Bohne, ein Hirte und Bluthochdruck

Vor langer, langer Zeit lebte ein Ziegenhirte  in Yemen. Sein Name war Kaldi. Er besaß eine ansehnliche Herde Ziegen. Diese bedeutete ziemlichen Reichtum für einen Mann der Wüste.

Eines sonnigen Tages machte sich Kaldi wieder einmal mit seinen Ziegen auf durch die Wüsten des Yemens. Friedlich ließ er seine Ziegen an dem kargen Gestrüpp knabbern. Er kannte alle seine Tiere, ihre Persönlichkeiten, Vorlieben und Eigenarten.

Auf einmal beobachtete er, wie einige seiner Ziegen wie wild durch die Gegend zu hüpfen anfingen. Sie rasten wie getrieben durch die Gegend und sprangen im Zickzack. Na, dachte sich der Hirte, da muss doch etwas im Busch sein. Tatsächlich fand er heraus, daß eben jene Ziegen von leuchtend roten Beeren eines Strauches naschten. Diese hatte er noch nie gesehen und probierte sie gleich einmal selbst.

Welch ein berauschendes und belebendes Gefühl ihn durchdrang. Er hätte ganze Kamele hochheben können, soviel Energie erfuhr er von dem Verzehr einer Frucht. Kali nahm die Beere und brachte sie zu dem nächsten Weisen, der entscheiden sollte, ob diese Gutes oder Schlechtes bedeutete. Wie die Weisen das eben so früher machten in Ermangelung von Google, warf er die Beeren in das Feuer um die heiligen Geister zu befragen. Doch was geschah? Ein atemberaubender Duft entwich dem Feuer und lockte immer mehr Menschen an. Schnell nahm man die Beeren wieder aus dem Feuer, mahlte sie, verdünnte sie mit Wasser und….

das erste  Kaffee Getränk war geboren.

Seither hat die Kaffeebohne die Welt erobert. Kaffee erhielt in die meisten Länder der Welt ab dem sechzehnten Jahrhundert Einzug. Allerdings waren nicht alle Länder glücklich darüber.  In unserem eigenen Land hat der Preussische König 1777 ein Verbot für Kaffee ausgesprochen, und Bier zum nationalen Staatsgetränk ernannt.

In England sah die Lage nicht viel anders aus. Dort wurden ebenfalls Kaffeehäuser wieder geschlossen, um der nationalen Bierindustrie Vorrang zu lassen. 1667 hat ein Chemiker offiziell in Marseille in Frankreich erklärt, daß Kaffee zerstörerisch wäre und gefährlich für die menschliche Gesundheit. Sogar Papst Clemens VIII versuchte 1600 das „teuflische Getränk“ außer Landes zu verbannen.

Siegreich war das Getränk sicherlich in den USA, wo der durchschnittliche Konsum weit über drei Tassen pro Tag und Nase liegt. Das ist auch kein Wunder, wenn man bedenkt, daß man in den Staaten unaufgefordert ständig die Kaffeetasse wieder aufgefüllt bekommt. Man kann dort für 1 Dollar 50 soviel Kaffee trinken, daß man nicht mehr weiß ob man Männlein oder Weiblein ist.

Viele Leute können auch einfach Kaffee trinken, noch mehr Kaffee trinken, und noch mehr…. man möchte meinen, sie könnten sich selbst als Kaffeeautomaten zur Verfügung stellen.

Ich gehörte einst selbst zu dieser Gattung. Zwei Liter am Tag waren relativ normal. Dabei rede ich nicht von „Blümchenkaffee“, sondern von nicht zimperlicher echter Brasilianischer Bohne. Ich konnte arbeiten bis zum Umfallen, war stets konzentriert, bettelte um noch mehr Arbeit und Aktivität, damit meine Energie irgendwo aufgebraucht wurde. Der Duft von Kaffee lockte mich aus dem Bett, zauberte ein Lächeln auf meine Lippen, und ließ mich selbst auf totlangweilige Meetings freuen. Ich hatte weder Schlafprobleme, noch sonst irgendwelche gesundheitlichen Defizite. Eins habe ich nur nicht gemerkt – wie süchtig Kaffee macht!

Bis heute werden Millionen von Menschen von dem Geruch gerösteten Kaffee`s verführt. Er verfolgt uns auf Schritt und Tritt,  in unsere Büros, in die Stadt, zu gesellschaftlichen Anlässen. Heutzutage dürfte die größte Kaffeehauskette der Welt mehr als 30 verschiedene Kaffeesorten anbieten.

Was ist also dran, an der berühmten Bohne? Kaffee macht uns wach, wir sind fokussierter, konzentrierter. Der Preis dafür ist allerdings für manche Menschen recht hoch. Das enthaltene Koffein bewirkt eine Ausschüttung des Hormons Adrenalin in der Nebennierenrinde. Adrenalin ist unser sog. „Streßhormon“, welches wir eigentlich benötigen, um in Gefahrensituationen reagieren zu können. Hierfür sendet dieses Hormon einen Befehl an unser Herz, den Druck zu erhöhen, damit mehr Blut, Sauerstoff und Nährstoffe in kürzester Zeit zur Verfügung gestellt werden. Unser Gehirn bekommt schnell Nährstoffe und Sauerstoff, es wird wach, wir sind konzentriert – das ist genau der Zustand, den wir wollten.

Leider läßt die Wirkung auch wieder schnell nach. Um den gewünschten Zustand zu erhalten, benötigen wir die nächste Tasse, und dann wieder eine, und dann wieder eine. Würden wir den Konsum stoppen, wären wir wieder müde. Langsam aber sicher werden wir in einen Teufelskreis hineingezogen. Gleichzeitig lassen die Rezeptoren für Adrenalin ständig nach, sie leiern aus. Dies bedeutet, dass wir die Menge stetig erhöhen müssen, um den gleichen gewünschten Effekt zu erzielen. Unser Herz und unsere Arterien werden dadurch dauernd in Mitleidenschaft gezogen, da sie dem permanten Blutdruck standhalten müssen.

Kaffee bzw. die Kaffeesäure, welche durch den Röstvorgang entsteht, ruiniert außerdem unseren Magen und überlastet unseren Körper mit Säure. Wir fangen an, uns „nicht so gut zu fühlen“. Gleichzeitig stehen wir so unter Strom, als hätten wir einen Finger in unserem Toaster eingeklemmt.

Wenn Sie an chronischem Bluthochdruck leiden, sollten Sie diese Bohne den Ziegen, Ziegenhirten und solchen Menschen überlassen, die gesund sind. Ihre Nebennierenrinde reagiert empfindlicher auf den Adrenalinkick durch Kaffee als die anderer Menschen. Dafür haben diese eine andere Schwachstelle.

Ich weiß selbst, daß es nicht einfach ist, von Kaffee los zukommen, da Kaffee ein potentielles Suchtmittel ist. Sie werden Kopfschmerzen bekommen, wenn Sie Kaffee weglassen, vielleicht unkonzentriert sein, aber der Aufwand lohnt sich. Wenn Sie längere Zeit keinen Kaffee getrunken haben, und dann wieder einmal eine Tasse „genießen“, werden sie merken, welche Auswirkung Kaffee wirklich auf ihren Körper hat. Sie werden mit Herzklopfen und Nervosität das wahre Gesicht der so ach so leckeren Bohne erkennen. Wenn Sie so wie ich, Kaffee über Jahre trinken, merken Sie diese Wirkung gar nicht mehr – da sie durch die Suchtwirkung desensibilisiert sind.

Wechseln Sie zu Ihrem Lieblingstee. Es gibt heutzutage so viele leckere Teesorten. Versuchen Sie einmal Sencha, Darjeeling oder Roibuschtee. Selbst ein schwacher schwarzer Tee wird Ihren Blutdruck nicht so hoch treiben wie Kaffee!

Wahrscheinlich werden Sie jetzt an Ihre morgendliche Darmentleerung denken! Unser Darm ist so gereizt von der Röstung, daß er den Kaffee so schnell wie möglich wieder loswerden möchte. Ein lauwarmes Glas Wasser hat den gleichen Effekt.

Sie müssen nicht durch die Gegend hüpfen und im Zickzack springen wie die Ziegen des Hirten Kali. Sie müssen sich auch nicht dauern aufgedreht fühlen! Konzentration und Wachheit bekommt man besser durch frische Luft, eine Dusche, und sanfte Übungen. Außerdem ist die Kaffeeindustrie nicht auf Ihr Geld angewiesen! Das können Sie besser in Ihre Gesundheit investieren. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß der Duft der gerösteten Bohne mehr ausmacht, als der eigentliche Geschmack von Kaffee!

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihren Bluthochdruck! Verzichten Sie auf Kaffee – komplett! Lassen Sie andere, die gesund sind, Ihre Freude daran haben! Kaffee ist im wahrsten Sinne Gift für Sie, wenn Sie unter Bluthochdruck leiden! Verzichten Sie komplett auf Kaffee, damit Sie Ihrem Herz etwas Gutes tun! Wenn es schwierig ist, steigen Sie auf starken schwarzen Tee um, und vermeiden Sie Kaffeeautomaten. In den meisten Cafés gibt es heute hervorragende Teeangebote!

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Kaffee? Ich freue mich über Kommentare!

Grüße an Ihr Herz

Eure Ginger

Wenn Ihr mich unterstützen möchtet, tragt Euch bitte oben rechts in den „Newsletter“ ein, und/oder empfehlt meine Seite per Twitter etc. unten weiter! Danke!

Kommentare? Fragen? – Gerne!

Über gingerclub

Helping people to naturally deal with high blood pressure, arthritis and other chronic diseases, seminars, coaching. 15 years of experience in natural health. Copyright (c) 2011 Gingerclub
Dieser Beitrag wurde unter Bluthochdruck abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Danke für Euren Kommentar...

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s